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Kollege Alkohol in der Chef-Etage

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Kollege Alkohol in der Chef-Etage

Jeder fünfte Deutsche trinkt im Job. Das tägliche Drama zwischen Bier und Bourbon ruiniert Karrieren und kostet die Wirtschaft Milliarden

Mit dem ersten Glas Whiskey wartet der Hamburger Justitiar Sebastian Hanstedt*, 52, bis seine Sekretärin den Nachmittagskaffee serviert hat. Dann tritt er in seinen Waschraum und trinkt in großen Schlucken. „Danach flutscht die Arbeit wieder. Anders hält man den Streß ja nicht aus.“ Manchmal fürchtet er, „von dem Zeug abhängig“ zu sein.

Den ersten Flachmann kippt sich Franz Klint*, 28, aus Leverkusen schon frühmorgens im Auto auf dem Weg zur Arbeit rein. Den zweiten trinkt er am Vormittag auf dem Betriebsklo. Der Lagerarbeiter hat dann das Gefühl: „Nu´ biste fit für alle Schikanen vom Chef.“ Er selbst glaubt nicht, daß er Alkoholiker sein könnte.

Eine Flasche Cognac hat der Berli-ner Tageszeitungs- redakteur Martin Weimer*, 43, im Keller seines Verlags hinter einem Feuerlöscher deponiert. Spätestens um 15 Uhr verschwindet Weimer nach unten und „gluckert einen weg“.

Um 17 Uhr holt er sich den nächsten Schluck. „Man steht ja ständig unter Hochspannung . . .“ Um 18 Uhr muß er „die Angst wegsaufen, daß etwas schiefgeht“. Um 19 Uhr, wenn alles getan ist, braucht Weimer „einen zum Absacken“. Seine Kollegen sagen: „Was der verträgt, ist phänomenal.“

Trugschlüsse und Selbsttäuschung. Wer erst trinken muß, um sich arbeitsfähig zu fühlen, befindet sich auf dem direkten Weg in die Sucht. Doch nicht nur die Betroffenen verdrängen, was mit ihnen los ist: Auch die Betriebe vertuschen das Ausmaß des täglichen Suffs im Büro.

Jeder fünfte Arbeitnehmer, so die Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren, hat „ein massives Problem mit Alkohol“.

Fünf bis zehn Prozent derer, die zwischen Werkbank und Schreibtisch walten und schalten, gelten als so stark alkoholabhängig, daß nur ein Entzug sie heilen könnte. Weitere zehn bis 15 Prozent der berufstätigen Deutschen sind suchtgefährdet.

Die Promille-Junkies gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch die Betriebe und die Volkswirtschaft. In einem Unternehmen mit 40 Beschäftigten sind laut Statistik mindestens acht nie ganz nüchtern.

gefunden in focus.de und mehr...

Wie viel ist zuviel?

 

27.07.2010, 10:46 von Michelmann | 866 Aufrufe
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