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Bankchefs sollen trotz Krise Millionen verdienenNichts gelernt: Die Großbanken BNP Paribas und Goldman Sachs locken wieder mit Boni und Millionengehältern. In Frankreich regt sich bereits politischer Widerstand. Paris - Die Erklärungen des Londoner G-20-Weltgipfels vom April zur Beschränkung der Millionenanreize für Banker bleiben weitgehend folgenlos. Kaum mit Staatsmitteln gerettet, bieten Banken ihren Managern und Top-Händlern wieder mehrjährige Garantieboni und Millionengehälter.
![]() AFP
Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein: 20 Milliarden Dollar Boni für seine Top-Händler
So plant die mit fünf Milliarden Euro vom französischen Staat unterstützte Großbank BNP Paribas wieder Boni bis 150 Prozent der Festgehälter. In den USA will die Investmentbank Goldman Sachs dem "Wall Street Journal" zufolge für dieses Jahr bis zu 20 Milliarden Dollar Boni auszahlen. Das sind im Schnitt 700.000 Dollar pro Person- fast doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. Morgan Stanley hat für Boni immerhin elf bis 14 Milliarden Dollar bereitgestellt, berechneten Analysten von Credit Suisse. Das ist ebenfalls deutlich mehr als 2008.
In Frankreich stößt dieses Vorgehen auf Kritik. "Man beobachtet heute eindeutig, dass die großen Banken in den USA zu den alten Praktiken zurückkehren", kritisiert der Präsident des französischen Bankenverbandes, Georges Pauget, in der Finanzzeitung "La Tribune". Auch die Politiker sind mit den jüngsten Entwicklungen im Finanzsektor und insbesondere bei BNP Paribas nicht zufrieden. Sie fordern, Unternehmen für exzessive Auszahlungen zu bestrafen. "Zuallererst wünschen wir ein Vorgehen auf internationaler oder europäischer Ebene, damit die französischen Unternehmen nicht benachteiligt werden", erklärt der Abgeordnete Philippe Houillon, Mitglied der konservativen Partei UMP der Zeitung "Le Parisien". "Unsere Arbeitsgruppe schlägt vor, Entlohnungen von mehr als einer Million Euro der Unternehmenssteuer zu unterwerfen und goldene Renten zu verbieten."
Auch die Entlohnung mit Aktienoptionen und die Bezahlung der Teilnahme an Aufsichtsratssitzungen müssten geändert werden, hieß es weiter. "Von 1997 bis 2007 ist die Entlohnung der Leiter der großen börsennotierten Unternehmen im Schnitt um 15 Prozent im Jahr gestiegen; gleichzeitig stieg die der Beschäftigten um drei Prozent im Jahr", sagte Houillon. Dem Bericht zufolge verdient die Hälfte der Beschäftigten in Frankreich im Jahr weniger als 15.780 Euro. Die Top-Manager kommen auf fünf Millionen Euro. Quelle: cha/dpa spiegel.de
08.07.2009, 14:40 von Michelmann |
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